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Rasch

Jürgen J. Rasch

In großer Trauer geben wir den Tod von Jürgen Rasch bekannt, der am 26. Januar 2015
77jährig in Karlsruhe verstarb. 
Jürgen Rasch wurde 1937 in Herford geboren und studierte nach einer Maurerlehre zunächst Bauingenieurwesen und dann anschließend Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe. Aufgrund seiner Vorbildung stand die praktische Seite der Bautechnik immer im Zentrum seines Forschungsinteresses. An dem von Arnold Tschira in Karlsruhe und Friedrich Wilhelm Deichmann in Rom angestoßenen Forschungsprojekt Spätantike Zentralbauten in Rom und Latium war er seit 1977, und in den Jahren 1994 bis 1996 mit der baugeschichtlichen Untersuchung der frühchristlichen Basilika in Emmaus (Israel) an den dortigen Ausgrabungen beteiligt.

Jürgen Rasch blieb während seiner ganzen akademischen Laufbahn mit dem Fachbereich Baugeschichte der Universität Karlsruhe (heute KIT) verbunden. 1982 wurde er mit einer Arbeit über spätantike Zentralbauten in Rom und Latium promoviert, 1993 mit einer Schrift über Spätantike Kuppelkonstruktionen habilitiert. 1995 wurde er zum Korrespondierenden Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts ernannt, 2000 erfolgte seine Ernennung zum außerplanmäßigen Professor, in welcher Funktion er über seine Pensionierung hinaus bis zuletzt mit Vorlesungen zur Baukunst der Antike und Seminare zu unterschiedlichen Themen der Baugeschichte tätig war. Seine Lehrveranstaltungen erfreuten sich gerade durch ihr weitgespanntes Spektrum einer großen Beliebtheit bei den Studierenden. Bis zuletzt war er in der Betreuung von Master-Arbeiten und Dissertationen beteiligt. Sein unerwarteter Tod riss ihn aus einem Seminar über die Entwicklung der Fassade.

Die Forschungsschwerpunkte von Jürgen Rasch lagen in den Bereichen Bautechnik, Gewölbebau und Metrologie in Bezug auf Bauwerke der römischen Kaiserzeit und der Spätantike, seine bautechnischen Studien zum römischen Gewölbe- und Kuppelbau dienen als maßgebliche Grundlage für das Verständnis antik-römischer Bauweise.

Über seine wissenschaftliche Tätigkeit hinaus engagierte sich Jürgen Rasch auf der Basis einer christlich gelebten Grundeinstellung auch im öffentlichen Leben. Wir verlieren mit ihm einen bei Studierenden und Mitarbeitern gleichermaßen beliebten Kollegen, der wesentlich zum wissenschaftlichen Profil und dem internationalen Ruf der Baugeschichte in Karlsruhe beigetragen hat. 


Bibliographie (in Bearbeitung)

Rezension zu: Ute Verstegen, Ausgrabungen und Bauforschungen in St. Gereon zu Köln, in: Gnomon 85 (2013), S. 550–556

La formazione della basilica con gallerie nel quarto secolo, in: Scavi e scoperte recenti nelle chiese di Roma: atti della giornata tematica dei Seminari di Archeologia Cristiana (Roma, 13 marzo 2008) a cura di Hugo Brandenburg e Federico Guidobaldi, Città del Vaticano 2012,
S. 93–105

Lichtzufuhr, Raumgestalt und Wandaufbau in spätantiken Räumen, in: Peter I. Schneider,  Ulrike Wulf-Rheidt (Hrsg.), Diskussionen zur archäologischen Bauforschung Bd. 10, Regensburg 2011,
S. 246–254

Roma. Via Prenestina. Mausoleo di Tor de’ Schiavi, in: Bollettino di archeologia, Roma 2008,
Fasc. 2, S. 81–84

Roma. Via Labicana. Mausoleo dell’imperatrice Elena. in: Bollettino di archeologia, Roma 2008, Fasc. 2, S. 85–88

Roma. Via Appia. Mausoleo di Massenzio, in: Bollettino di archeologia, Roma 2008, Fasc. 2,
S. 93–96

Tivoli (Roma). Via Tiburtina. Il cd. Tempio della Tosse, in: Bollettino di archeologia, Roma 2008, Fasc. 2, S. 117–118

Das Mausoleum der Constantina in Rom, mit Achim Arbeiter und Beiträgen von Friedrich Wilhelm Deichmann und Jens Rohmann, Mainz 2007 (Spätantike Zentralbauten in Rom und Latium Bd. 4)

Rezension: Christoph Höcker, Metzler-Lexikon antiker Architektur, in: Journal für Kunstgeschichte 11 (2007), S. 104–110

Rezension: Gerd Heene, Baustelle Pantheon. Planung – Konstruktion – Logistik; Düsseldorf 2004, in: Journal für Kunstgeschichte 9 (2005), H. 1, S. 7–12

Das Mausoleum der Kaiserin Helena in Rom und der "Tempio della Tosse" in Tivoli. Mit einem Beitrag von Friedrich Wilhelm Deichmann, Mainz 1998 (Spätantike Zentralbauten in Rom und Latium Bd. 3)

Mitarbeit bei: Klaus Parlasca, Zum „Janus“-Tempel in Autun, in: Germania 76 (1998), 1. Halbband, S. 257–289

Zur Entstehung des ’Kaisertypus’ im römischen Thermenbau, in: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung 103 (1996), S. 201–230

Pantheon, in: Beiträge zur Geschichte des Bauingenieurwesens 7 (1996), o. S.

Das Mausoleum bei Tor de' Schiavi in Rom
. Mit einem Beitrag von Harald Mielsch, Mainz 1993 (Spätantike Zentralbauten in Rom und Latium Bd. 2. Zugl.: Karlsruhe, Univ., Habilschr., 1993
u. d. T.: Spätantike Kuppelkonstruktionen)

Schalungstragwerke im römischen Caementicium-Kuppelbau, in: Koldewey-Gesellschaft, Bericht über die 36. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung vom 23. bis 27. Mai 1990 in Kronach, Bonn 1992, S. 16–26

Mitarbeit bei: Karlfriedrich Ohr, Die Basilika in Pompeji, Berlin 1991

Spätantike Caementicium-Kuppeln: Bauvorgang, Materialauswahl, Konstruktionsdetails, in: Adolf Hoffmann, Wolfram Hoepfner, Ernst-Ludwig Schwandner (Hrsg.), Diskussionen zur archäologischen Bauforschung Bd. 5, Mainz 1991, 184–186

Zur Rekonstruktion spätantiker Kuppeln vom 3. bis 6. Jahrhundert, in: Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts Bd. 106 (1991), S. 311–383, Tafeln 77–84

Rezension: Frank Sear: Roman Architecture. Rev. Ed. London: Batsford 1989.
in: Gnomon 63 (1991), S.443–446

Photogrammetrische Aufnahmen römischer Kuppeln und ihre Ergebnisse, in: Kleine Beiträge zur Geschichte von Baukonstruktion und Bautechnik, Materialien zu Bauforschung und Baugeschichte Bd. 1, Karlsruhe 1990, S. 5–13

Zur Rekonstruktion der Andreasrotunde an Alt-St.-Peter, in: Römische Quartalsschrift Bd. 85 (1990), H. 1–2 1990, S. 1–18, Tafeln 1–4

Zur Bedeutung des Kreuzgratgewölbes in der tetrarchischen Architektur Roms, in: Studien zur spätantiken und byzantinischen Kunst, 2. Friedrich Wilhelm Deichmann gewidmet, Bonn 1986,
S. 43–50

Die Kuppel in der römischen Architektur, Entwicklung, Formgebung, Konstruktion, in: architectura (1985), S. 117–139

Über Kuppelkonstruktionen in der römischen Architektur, in: Geschichte des Konstruierens I, SFB 230 H. 5, Natürliche Konstruktionen/Leichtbau in Architektur und Natur, Universität Stuttgart und Tübingen 1985, S. 29-37

Metrologie und Planung des Maxentius-Mausoleums, in: Bauplanung und Bautheorie der Antike, Diskussionen zur archäologischen Bauforschung Bd. 4, Berlin 1984, S. 250–262

Das Maxentius-Mausoleum an der Via Appia in Rom
, Mainz 1984 (Spätantike Zentralbauten in Rom und Latium Bd. 1)

Unpubliziertes Schreibmaschinen-Manuskript: CARTHAGO DELENDA, CARTHAGO DELETA, CARTHAGO EXCAVATA, CARTHAGO REFERENDA, Zur Klärung einer kürzlich erfundenen Anapher-Sentenz, (Karlsruhe) 9.2.1979, zwei Seiten